Erfahrungsbericht "Wir interessieren uns für eine Solarlösung von Enpal"

Ich habe mich im Herbst letzten Jahres auf das Selbstexperiment “Angebotseinholung für eine Solarlösung von Enpal” eingelassen. Wir haben also online bei enpal Interesse bekundet und dann lief folgendes ab:

  • Erstkontakt per Videoschalte und “normale Verkaufsshow”, bunte Bildchen, Enpal bietet die beste Komplettlösung aus einer Hand, Du lieber Kunde musst Dich um nichts kümmern, wir planen, konzipieren, liefern und installieren alles vom Solarpanel auf dem Dach über Speicher, energiemanagement, Wärmepumpe und Wallbox aus einer Hand. Das Auftreten war schon da sehr “gelangweilt, arrogant”, wirkte runtergespult, als erzählt der Salesmensch das ca. 8-10 mal am Tag, soweit so gut.
  • Anhand eines Google Maps Lufbilds wurde uns bereits jetzt eine “Beispielkonfiguration” der Solaranlage auf dem Dach (Anzahl möglicher Panels) plus das full blown Paket mit einer ersten groben Kaufsumme von etwa 30.000,00 € als “Powerpoint Show” mit schönen Marketing Slides vorgestellt:
    • Solaranlage, 18 Module auf dem Dach mit ca. 8kw(p)
    • Batteriespeicher mit ca. 16 kwh Kapazität
    • 11 kw Wallbox (22kw optional gegen Aufpreis)
    • Bosch Split Luft/Wasser Wärmepumpe als Heizungsersatz (keine nähere Spezifikation)
    • Erklärung der Vorteile der Direktvermarktung durch Enpal im Auftrag des Kunden
    • Dass man komplett zu Enpal als Energieversorger mit eigener Enpal Messstelle und Stromtarifbindung wechseln muss, hat niemand explizit so erwähnt.
  • Wir haben das “Angebots-Projekt” (Unser Interesse) dann mal so eingegrenzt
    • Solareanalage auf dem Dach
    • Speicher
    • Wallbox in unserer Garage, “Dicke Leitung” vom Zählerschrank bis Unterverteiler ind er Garage existiert bereits (ich habe in Eigenleistung in 2024 5x16qmm bis in dei Garage verlegt, da kann man theoretisch 3x64 A ziehen, aber unser Hausanschluss hat auch nur soviel, daher ist der Strang im Zäjhlerkasten mit max 3x32A abgesichert, um groben Unfug zu verhindern.
    • Zentrales Energiemanagemen, sollte später erweiterbar sein für die Integration einer Wärmepumpe, da wir wenn, dann erst nach bereits geplanter energetischer Teilsanierung umsteigen wollen
  • Nächster Schritt war ein Vor Ort Termin, zur Aufnahme der Ist Situation. Ein Techniker kam vorbei, es wurden Bilder gemacht vom
    • Zählerschrank
    • Räumliche Gegebenheiten im Keller
    • Zuleitung und Unterverteilung in der Garage
    • geplante detailiertere Luftbilder der Dachfläche mittels Drohne konnten zwecks Starkwind nicht erfolgen, der Techniker hatte nur eine 500g “Spielzeugdrohne” mit Gopro dran dabei.
    • Ersatzweise wurden ein paar Aufnahmen vom Boden (Garten und Straße) vom Dach gemacht, ein angebotenes grobes Aufmaß der Dachfläche wurde nicht angenommen.
    • Erstaussage vor Ort trotzdem: “passt soweit alles”, es sollten keine Ertüchtigungsmaßnahmen notwendig werden, insbesondere hinsichtlich der Elektrik.
  • Dann kam der Tag der angekündigten Angebotsvorstellung. Unsere Erwartungshaltung war, eine detailierte Leistungsbeschreibung mit genau aufgelisteten Positionen, grobe Planskizzen für dei Installation auf dem Dach, im Keller und in der Garage (wir hatten Pläne des Hauses vorab zur verfügung gestellt). Danach Übergabe eines Angebots mit entsprechenden Bindefristen
  • Folgendes hat Enpal dann wieder in einem Videocall geliefert:
    • Nochmals die fast identische Verkaufsshow
    • Dann einen Link auf das Enpal “Angebotsportal”, dort konnten wir im Browser parallel das Angebotsdokument (siehe Anhang) anschauen und auch runterladen.
    • Das Angebot enthält keinerlei Anlagenplanung/Zeichnungen, stattdessen wurden uns per Screensharing die Fotos vom Keller mit von Hand eingezeichneten roten Strichen (Handy Fotoeditor?) “da stellen wir den Speicher hin” (weit entfernt vom Zählerschrank, anstelle unseres Regal mit Getränkelager, was so nie besprochen wurde).
    • Die Leistungsbeschriebung besteht aus einer sehr unkonkreten einzelnen Seite, dafür hängen alle möglichen Vollmachten, Überlassungevereinbarungen, bzgl. des Umstiegs zu Enpal als Energielieferant etc. dran. Darauf eingegangen wurde im Detail nicht.
    • Bzgl. der Solaranlage auf dem Dach kamen auf Nachfrage wieder die Google Maps Bilder mit schwarzen “Kästchen” als Module.
    • Dann ein Foto unseres Treppenaufgangs mit rot rein gestrichelter Linie zur Garage auf der anderen Seite der Treppe. Angeblich würde die Wallbox nicht gehen, da Enpal keine Erdarbeiten macht und wir ja keine Zuleitung in der Garage hätten
    • Wir haben auf die Fotos von der vorhandenen mehr als ausreichend dimensionierten Zuleitung und Unterverteilung verwiesen, der Enpal “Tech Sales Consultant” hatte davon keine Kenntnis, hat kurz die Kamera ausgeschaltet und kam dann nach 5 Minuten mit der Info zurück, dass er die Fotos gefunden habe, aber es gäbe ein anderes Problem, der Netzbetreiber würde keine weiteren Wallboxen mehr in unserer Straße genehmigen.
    • Plötzlich wollte der Verkäufer uns dann die “Wallbox schenken”, die ja angeblich gar nicht geht und wir hatten innerhalb von Minuten eine überarbeitete Angebotsversion im Portal, ca. 1.500 Eur billiger.
    • Im weiteren Verlauf hat er sich dann in immer noch mehr Ungereimtheiten bzgl. unserer Rückfragen verstrickt und hat dann nur noch drauf gepocht, dass wir den Erhalt des Angebots im Portal online mit einer Unterschrift bestätigen.
    • auf meine Frage bzgl. Bindefrist des Angebots meinte er, er könne uns die Anlage maximal 3 Tage reservieren.
    • Beim versuchsweisen Bestätigen des Angebotserhalts im Portal poppte dann ein Dialog auf, dass man die AGBs von Enpal akzeptiert und Die Unterschriftsbox unter dem Antrag zum Kauf einer Solaranlage wird aktiv.
    • Das war der Moment, wo wir abgebrochen haben und dem Herrn von Enpal erklärt haben, dass wir uns hier nicht wie von einer Drückerkolonne an der Haustüre einen Vertrag über knapp 30.000,00 € aufnötigen lassen, wir keinerlei Interesse mehr an Enpal haben und haben den Videocall beendet.
    • Danach wurden wir innerhalb einer Stunde zigfach versucht per Telefon, Whatsapp und e-mail zu kontaktieren. Das war nahe am Telefonterror.
    • Wie es danach weiterging und dass wir quasi erst mit einer Unterlassungsklage drohen mussten, damit Enpal unsere personenbezogenen Daten löscht und aufhört, uns marketingtechnisch zu belästigen kann im angehängten Verlaufsprotokoll nach Absage und dem per Einschreiben an die Geschäftsführung gesendeten Beschwerdebrief nachgelesen werden.
    • Spoiler: wir hatten noch bis zum 4.3.2026 “Spaß mit Enpal”

Mein Fazit: “If you come across Enpal, run as fast as you can”

Verlaufsprotokoll nach Absage.pdf (319,3 KB)

Wäre das was für die Fortsetzungsserie: „Spass mit EnPal“ ?